11.-13.08.2021 – Beobachtung der Perseiden

Beobachtungsbericht

Da das diesjährige Maximum der Perseiden leider auf Wochentage fiel, an denen weder freie Tage noch Homeoffice angesetzt waren, war die Beobachtung leider nur sehr eingeschränkt möglich. Besonders da die Arbeitstage derzeit so anstrengend waren, wäre es doch sehr schwer gefallen, eine Nacht durchweg zu beobachten. Wenn der nächste Tag mit Arbeit im Homeoffice verbunden gewesen wäre, hätte ich zumindest aber ein paar Stunden in der Nacht Ausschau gehalten, da eben auch der Mond gar nicht da war um zu stören.

Aber ich habe am Morgen des 13.08.2021 dennoch einzelne Perseiden sehen können. Damit ich einen noch recht leeren Bus (5:11 Uhr) zur Arbeit nehmen kann, stehe ich meist schon gegen 4:15 Uhr auf. Meine innere Uhr weckte mich allerdings schon um 4 Uhr, sodass ich diese 15 Minuten vom Dachfenster aus in den Himmel starrte. Hier sah ich dann bereits 2 Perseiden und 2-3 Male flackerte es in anderen Richtungen. Wegen klarem Himmel konnten dies keine Gewitter sein, wodurch ich vermute, dass es etwas hellere Perseiden waren. Zum Bus ging ich dann auch etwas früher los und hielt dabei nach Meteoren Ausschau. Auf dem Weg zur Busshaltestelle konnte ich bei kleinen Gehpausen weitere 3 Perseiden entdecken, eine auch etwas heller. Angekommen an der Bushaltestelle schaute ich weiter in den Himmel, trotz Straßenlaternen rundherum. Tatsächlich huschte dann noch ein Meteor über mich hinweg, den ich trotz heller Umgebung sehr gut sehen konnte. Es war definitiv nicht die schönste Weise die Perseiden zu genießen, aber es war ein schöner Start in den Tag und ich war froh, überhaupt welche gesehen zu haben. Fotos konnte ich aber so natürlich keine machen.

 

 

 
Allgemeine Informationen zur Beobachtung der Perseiden 2021

Wie in jedem Jahr erwartet uns auch diesen August wieder ein besonderes astronomisches Highlight, denn der Meteorstrom der Perseiden wird uns die kommenden Nächte beschäftigen. Hierbei handelt es sich um Bruch- und Trümmerstücke des Kometen 109P/Swift-Tuttle durch dessen Schweifüberreste unser Planet jährlich gleitet. Das Aktivitätsmaximum der sichtbaren Meteore / Sternschnuppen am Himmel wird in der Nacht vom 12.08. auf den 13.08. erwartet. Aber auch die Nächte rundherum, lohnt es sich auf jedenfall nach Meteoren Ausschau zu halten, denn auch dort werden zahlreiche Objekte beobachtbar sein.

 

Die beste Beobachtungszeit

Die beste Beobachtungszeit der kommenden Nächte ist jeweils von 00:00 – 04:00 Uhr. Die Meteore scheinen aus dem Sternbild Perseus zu kommen, können dann aber am gesamten Himmel aufleuchten. So bietet sich an eine möglichst freie Flächen aufzusuchen damit man einen guten Rundumblick hat. Die Meteore scheinen aus dem Sternbild Perseus zu kommen. Das Sternbild steht um 23 Uhr noch recht tief im Nordosten und wandert dann im Nachtverlauf immer höher an unserem Himmel. Um 4 Uhr wird es dann im Osten stehen. Man sagt immer dass die Bedingungen besser werden, je höher das Sternbild mit dem Radiant (scheinbare Herkunft der Meteore) am Himmel steht. Das soll heißen, dass zwar auch schon am späten Abend Meteore sichtbar sein  können, die besten Bedingungen sind aber nach Mitternacht bis in den Morgen gegeben. Die Perseiden können wie schon beschrieben am ganzen Himmel aufleuchten. Dabei fliegen sie mit einer Geschwindigkeit von ungefähr 59 km/s über den Himmel, was umgerechnet einem Wert von ungefähr 212.400 km/h entspricht. Sie gehören zu den schnellsten Meteorströmen die wir von der Erde beobachten können.

 

Beste Beobachtungsnacht:

Die absolut beste Beobachtungsnacht mit den höchsten stündlichen Raten wird die Nacht von Donnerstag auf Freitag (12.08.-13.08.) sein. Hier werden die meisten Meteore erwartet (~ 50-100 Meteore/Stunde). Falls das Wetter nicht passt lohnt sich aber auch wie schon oben erwähnt die Beobachtung in den Nächten rundherum wo ebenfalls noch Raten bis 40 Meteore pro Stunde realistisch scheinen. Also auch dort hat man sehr gute Chancen, welche zu sehen. Man sollte aber bedenken, dass wir bei uns nur die helleren Meteore sehen können, sodass die möglichen höchsten Raten eigentlich nie bei uns gesehen werden. Ich habe die vergangenen Jahre aber bei längerer Beobachtung meist immer zwischen 30-40 Meteore pro Stunde sehen können und das bei eingeschränkter Sicht. Der Mond stört in diesem Jahr die Beobachtung nicht, denn dieser geht mit 20% Beleuchtung bereits gegen 23 Uhr unter.

 

Aktuelle Wetteraussichten:

In der Nacht vom 11.08. auf den 12.08.2021 soll es nach dem aktuellen Stand teilweise sternenklar sein, sodass sich eventuell hier schon ein Beobachtung lohnt. Es können aber auch immer mal wieder dichtere Wolkenfelder auftauchen. Am Abend des 12.08.2021 soll wohl eine sich abschwächende Wetterfront nach Osten abziehen. Hier werden bis in die Nacht hinein Wolkenfelder simuliert, zeitweise kann es aber auch aufklaren. In der Nacht vom 13.08. auf den 14.08.2021 soll es meistens sternenklar sein, während etwas nördlicher dichtere Wolken durchziehen sollen. Hier ist dadurch dann ebenfalls über unserer Region Bewölkung möglich. Dies ist der aktuelle Stand hinsichtlich der Wolkenprognose. Stand: 10.08.2021, GFS 12z.

 

Meteore fotografieren?

Man wird schnell merken, dass zur Fotografie von Meteoren jeeeeeeeeeeede Menge Glück gehört – einfach begründet dadurch, dass man ja nicht wissen kann wo der nächste Meteor auftauchen wird. Zudem passiert es auch immer wieder mal, dass genau zwischen zwei Belichtungen ein Meteor durchschlüpft. Das sollte aber niemanden ärgern – einfach genießen, dass man ihn wenigstens mit den Augen gesehen hat!

Für die Fotografie in der Nacht eignet sich am Besten eine Digitale Spiegelreflexkamera (DSLR), zum Beispiel von Canon. Mit diesen kann man problemlos auch Langzeitbelichtungen durchführen und es kommen brauchbare Bilder bei heraus. Meistens wählt man als Programmmodus das “M” für manuelle Einstellungen. Hier kann man dann die Belichtung selbst wählen. Damit man eine größere Chance hat etwas draufzubekommen, stellt man die Belichtung auf 20-30 Sekunden ein. Je nach Umgebungslicht und allgemeinen Bedingungen, muss man das etwas testen wie es denn passt. Die sogenannte Blende kann auf den niedrigsten Wert einstellen, damit möglichst viel Licht eingefangen wird (z.B. F 3.5). Dann gibt es noch die ISO-Zahl, welche meistens bei 400 eine gute Einstellung hat. Es gibt DSLRs die bereits bei ISO 800 mit dem Rauschen anfangen, dass muss man aber einfach ausprobieren. Das Gute ist ja, dass man viele Testbilder machen kann und dort die Einstellungen noch anpassen kann. Das Kameraobjektiv sollte so wenig Zoom wie möglich haben, also die geringste Brennweite damit man einen möglichst großen Himmelsbereich abdeckt. Je größer dieser, desto größer ist die Chance das man etwas einfängt. Für die Fokusierung der Himmelsobjekte (das sie scharf gestellt sind) kann man einen entfernten Lichtpunkt nehmen oder einfach auf unendlich einstellen. Wenn es dabei Probleme gibt, einfach manuellen Fokus am Objektiv einstellen und ein paar Male vorne am Ring des Objektives drehen bis es passt.

Während man den Himmel ablichtet sollte man aber auch selbst nie vergessen das Himmelsschauspiel mit den eigenen Augen zu genießen. Es wird auch immer Meteore geben die man mit dem Auge sieht, welche dann aber nicht auf dem Foto zu sehen sind. Diese waren dann einfach nicht hell genug, damit sie in der 20-30 Sekunden Belichtungszeit erscheinen. Das Wichtigste ist wirklich die Perseiden zu genießen.

Das man mit der Fotografie Erfolg hat kann nie garantiert werden, sodass die aktive Beobachtung mit den Augen sehr wichtig ist. Und vorallem sollte man sich auf keinen Fall die Stimmung verderben lassen, wenn dann doch keine Meteore auf den Bildern sind. Die Beobachtung soll Spaß machen und natürlich ausschließlich positiv sein. Zugleich hat man auch viele Möglichkeiten sich etwas zu wünschen ;-).

 

Ich wünsche euch viel Spaß und Erfolg beim Beobachten der Perseiden!

 

error: