16./17.07.2019 – Partielle Mondfinsternis

Beobachtungsbericht: Die Beobachtung der partiellen Mondfinsternis gestaltete sich wie erwartet nicht ganz einfach. Die geringe Höhe des Mondes sowie die teils dichtere höhere Bewölkung ließen schon darauf schließen, dass eventuell der erste Teil der Finsternis nicht einfach zu beobachten sein würde. Dies war dann auch der Fall. Die Beobachtung fand vom Ende meines Gartens statt wo durch ein Gebäude und Bäume die Sicht nicht optimal war, aber wie zuvor errechnet für mich persönlich in Ordnung war um diese Finsternis zu verfolgen. Auch vom Dachfenster aus beobachtete ich einen Teil der Mondfinsternis, nämlich das Ende.

 

Wie von EasySky angezeigt in Verbindung mit meinem dort selbst erstellten Horizont tauchte der Mond erstmals gegen 22:10 Uhr auf, nachdem er um 21:40 Uhr aufgegangen war. Leider befanden sich horizontnah doch einige Schleierwolken welche den Mond auch immer wieder stärker verdeckten. Sehr schöne war die rötlich-orangene Farbe des Mondes auf Grund der geringen Höhe über dem Horizont. Er war aber direkt über den Hausdächern sichtbar und es konnten erste Fotos gemacht werden, als er um 22:10 Uhr eine Höhe von lediglich 3° über dem Horizont hatte.

 

Trotz dann dichterer Wolken, die auch den Mond dann mal zeitweise sogar nahezu komplett bedeckten, tauchte er immer wieder mal auf, sodass man weitere Fotos machen konnte. Dies sah teils auch richtig schön aus, wenn dann Teile des Mondes durch höhere Wolken verdeckt waren, der Großteil des Mondes aber weiterhin sichtbar blieb. Bis um 22:40 Uhr konnte ich dann Aufnahmen machen, bevor der wahrscheinlich schon zu knapp 40 % im Kernschatten der Erde eingetauchte Mond hinter einem Haus am Ende des Gartens verschwand. Wichtig aber war nur, dass ich ihn zuvor beobachten konnte und erste schöne Fotos bereits gelungen waren.

 

Nun hieß es dann etwas warten, bis der Mond wieder sichtbar werden würde. Bezüglich der Bewölkung wurden die Bedingungen dann aber mit zunehmender Höhe des Mondes besser, da sich nur relativ nah über dem Horizont dichtere hohe Wolken hielten. Weiter oben, klarte der Himmel doch sehr schnell auf sodass eigentlich sicher war, dass die maximale Verfinsterung sowie auch der letzte Teil der Mondfinsternis gut zu beobachten sein würde. Gegen 23:24 Uhr tauchte der Mond wieder erstmals zwischen zwei Bäumen auf und ich konnte wieder Fotos machen. Er war nun bereits nahe der Totalität mit etwas mehr als 60 % Bedeckung. Zuvor hatte ich auch schonmal versucht, mittels Überbelichtung den im Erdschatten liegenden Mondbereich draufzubekommen, was aber zuvor nicht gelang. Jetzt, wo nur noch knapp 35% des Mondes im Sonnenlicht waren, klappte das aber und der unbeleuchtete Teil des Mondes erschien auf den Fotos leicht rötlich. Mit dem bloßen Auge war davon allerdings nichts zu sehen. Hier zogen jetzt nur noch einzelne Wolken durch, die mit der längeren Belichtung zusammen mit dem verfinsterten Mond wirklich toll aussahen. Die maximale Verfinsterung mit gut 65,8 % bedecktem Mond kann ich dann ohne Wolken in Ruhe beobachten und mache auch ein paar Aufnahmen mit Saturn zusammen.

 

Ab Mitternacht beobachte ich den Mond dann von meinem Dachfenster aus wie der wieder mehr und mehr an Form gewinnt, also mehr und mehr vom Kernschatten der Erde wieder freigegeben wird. Auch von hier gelingen mir ein paar Aufnahmen mit dem leicht rötlichen Kernschatten der Erde und den Bäumen. Pünktlich gegen 1 Uhr endet dann die partielle Phase und übrig bleibt nur noch der leicht abgedunkelte Bereich des Halbschattens.

 

 

 

 

Allgemeine Informationen zur Mondfinsternis vom 16./17.07.2019

Nach der sehr schönen Totalen Mondfinsternis vom 21.01.2019 haben wir es dieses Jahr noch mit einer zweiten Mondfinsternis zu tun, allerdings einer partiellen. Von den Bedingungen her wird diese wenn das Wetter mitspielt keine schwierige Finsternis, denn die maximale Phase mit einer Maximalbedeckung von 65,8 % wäre auch mit etwas geringer Höhe gut sichtbar. Die partielle Phase beginnt wenn der Mond eine Höhe von gut 2,5° über dem Horizont erreicht. Am Ende der partiellen Mondfinsternis wird der Mond dann eine Höhe von 15,8° erreichen. Bei der maximalen Verfinsterung des Mondes wird dieser eine Höhe von gut 11° erreichen.

Tipp: Zu Beginn der partiellen Finsternis und danach, wenn der Mond langsam an Höhe gewinnt, sind eventuell schöne Aufnahmen im Dämmerungslicht möglich. Auch hier wie bei der letzten Mondfinsternis vielleicht wieder mit Bäumen, Gebäuden oder anderen Objekten.

Zusatzinfos:  Die partielle Mondfinsternis hat eine Gesamtlänge von knapp 3 Stunden. Der Planet Saturn befindet sich während der Finsternis knapp 7° schräg über dem Mond, was aber wahrscheinlich kein besonderes Fotomotiv sein wird, da die Beiden eben doch etwas weiter voneinander entfernt sind.

 

Wettervorhersage zur Mondfinsternis:

Lediglich höhere Bewölkung könnte den Mond zeitweise etwas verdecken, ansonsten sieht es nach guten Wetterbedingungen aus. Die hohe Bewölkung soll dabei im weiteren Abendverlauf auch nicht dichter werden, sodass es recht sicher ist, dass wir die meiste Zeit der partiellen Mondfinsternis sehen werden. Regen ist definitiv nicht zu erwarten. Die Temperatur läge am Abend bei Werten zwischen 17-19°C und würde dann im weiteren Verlauf in Richtung 13°C absinken. Der Wind würde keine Rolle spielen.

 
 
 
Tabellarische Übersicht zur partiellen Mondfinsternis am 16./17.07.2019:
 
22:01 Uhr:            Beginn der partiellen Mondfinsternis   (Höhe: ~2,5°, SO)
 
23:30 Uhr:             Maximale Verfinsterung, Mitte der Finsternis   (Bedeckung: 65,8 %, Höhe: ~ 11°, SSO)
 
01:00 Uhr:             Ende der partiellen Mondfinsternis   (Höhe: ~15,8°, S)
 
 
 
 

Bitte beachten:  Die Vorhersage wird anhand der aktuellen Modellberechnungen (GFS, 16.07.2019, 12z) erstellt und ist daher je weiter der Termin entfernt ist oftmals noch etwas unsicher. Bis zum Termin erfolgen aber immer mal wieder Aktualisierungen, die dann zunehmend genauer und detaillierter werden. Bitte beachtet zudem, dass ich nur ein ehrenamtlicher Hobbymeteorologe bin – wobei ich natürlich mein Bestes gebe, um möglichst präzise Vorhersagen zu machen.

 

Autor: Frank Rinas

Aktualisiert: 16.07.2019, 19:50 Uhr

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